Foucault beobachtet zwischen dem 17

Foucault beobachtet zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert eine Transformation der Machtformen. Die souveräne Macht, die sich auf Strafen, Verboten und Gesetzen gestützt hat, wird von der Disziplinarmacht verdrängt. Foucault versteht unter dem Begriff der Disziplin diese »Methoden, welche die peinliche Kontrolle der Körpertätigkeiten und die dauerhafte Unterwerfung ihrer Kräfte ermöglichen und sie gelehrig/nützlich machen« (Foucault 1976a: 175). Das zentrale foucaultsche Werk zum Thema der Disziplinargesellschaft ist „Überwachen und Strafen – Die Geburt des Gefängnisses”. Trotz des Titels will Foucault durch seinen Werk keine historische Studie über das Gefängnissystem vorlegen, sondern vielmehr beabsichtigt er »eine Geschichte der Gegenwart zu schreiben« (ebd.: 43). Foucault geht es mehr um die Entstehung der „Disziplinartechnologie” als um die Geburt des Gefängnisses an sich (ÜuS S.296). Ihn interessiert das Strafverfahren und die Techniken „der Überwachung, Kontrolle, der Identifizierung der Individuen, der Parzellierung ihrer Gesten, ihrer Tätigkeit, ihrer Leistung” (MdM S.49).